Das Milpa-Beet, die Natur zeigt wie es geht

Wie kann ich in einem kleinen Beet möglichst viel Gemüse anbauen? Jeder der wenig Platz im Garten hat stellt sich früher oder später diese Frage. Ich übrigens auch. Fruchtfolgen, vertikales Gärtnern oder Mischkulturen sind da gute Lösungen, um das Optimum aus dem Beet heraus zu holen. Das mittlerweile bekannteste Beispiel für eine Mischkultur ist das Milpa-Beet geworden. Der ökologische Nutzen von Pflanzen, die sich gegenseitig im Wachstum unterstützen und darüber hinaus noch Schädlinge voneinander fernhalten, ist faszinierend. Milpa (das nahe Feld) ist ein landwirtschaftliches System, das die Maya Jahrhunderte lang betrieben haben. Ein besonderes Merkmal dabei ist, dass mehrere Arten auf einer Fläche angebaut werden. Beim Milpa-Beet sind es Mais, Bohne und Kürbis, diese drei Kulturen bilden eine traumhafte Symbiose.

Mais, Bohnen und Kürbisse

Milpa-Beet, Indianerbeet oder auch “die drei Schwestern” wird diese Anbaumethode auch noch genannt. Die Maispflanzen bilden hierbei die Rankhilfe für die Bohnen, die den Boden verbessern und ihn mit Stickstoff anreichern. Mais und Kürbis brauchen den Stickstoff für ihr Wachstum. Der Kürbis sorgt mit seinen großen Blättern für die Bodenabdeckung und spendet Schatten, so bleibt die Feuchtigkeit in der Erde und verdunstet nicht so leicht.

Los geht´s mit der Vorkultur von Mais und Kürbis

Anfang April werden die Mais- und Kürbispflanzen aus dem Saatgut vorgezogen. Wenn dann später die Bohnen dazu kommen, sollte der Mais schon eine gewisse Größe haben um als Stütz- oder Rankhilfe zu dienen. Mais wächst zuerst recht langsam, deshalb ist es besser ihn vorzuziehen aber lieber einzeln, da die Pflanzen stark wurzeln. Mit dem Mais können auch die Kürbisse vorgezogen werden, so sind die Pflänzchen kräftig genug um ohne Probleme ab Mitte Mai ins Freibeet ausgepflanzt zu werden. Für Mais ist eine Anbauweise in Blöcken optimal, da so die Pflanzen besser Bestäubt werden können, der Pflanzenabstand kann 10-12 cm groß sein. Als Kürbis hatte ich im ersten Jahr Hokkaido, der hat mich aber nicht überzeugt und nur mäßige Ergebnisse gebracht hat. Einen Butternut-Kürbis finde ich hier die bessere Wahl.

Ab Mai kommen die Bohnen dazu

Mitte Mai ziehen dann alle Kulturen ins Freibeet. Wer Stangenbohnen benutzt (z.B. “Blauhilde” ist eine sehr beliebte Sorte) der steckt jetzt die Bohnen einfach in die Erde. Die Bohnen wachsen so schnell, dass der Mais dann die richtige Größe hat um den Bohnen als Rankhilfe zu dienen. Ich benutze Buschbohnen (Kidneybohnen, aber es geht auch jede andere Sorte), die brauchen meist eine Stütze, wobei der Mais auch behilflich ist. Die Nährstoffversorgung und Stickstoffanreicherung des Bodens wird durch beide Sorten gut abgedeckt. Bei Buschbohnen empfiehlt es sich diese vorzuziehen, um die Ernte etwas früher beginnen zu lassen.Etwas drei Wochen vor dem Auspflanzen könnt ihr damit anfangen. Die Ernte hält dann bis in den Oktober an.

Dann heißt es warten. Das Einzige was man jetzt tun kann ist, regelmäßig gießen und das Unkraut entfernen. Der Boden sollte gut aufgelockert werden. Dem Mais und den Bohnen kann man jetzt jeden Tag beim Wachsen zuschauen und es entsteht langsam ein dichter grüner Jungle. Das Indianerbeet wächst so dicht, dass es ohne Weiteres als natürlicher Sichtschutz in den Sommermonaten dient. Wer Stangenbohnen nutzt greift besser zu Sorten mit farbigen Schoten, denn so lassen sich die Bohnen leichter im grünen Dickicht weider finden und ernten. Ich Dünge das Milpa-Beet mit Pferdemist und einer Kohl-/ Brennesseljauche, damit die Starkzehrer auch immer gut versorgt sind. (Wie die Kohljauche gebraut wird lest ihr hier)

Das Milpa-Beet ist ein Paradebeispiel dafür, dass die Natur die besten Lösungen bereit stellt und wir diese nur nutzen müssen. Die Pflanzen ergänzen sich gegenseitig mit ihren Stärken, so kann Wasser gespart, der Boden optimal genutzt und trotzdem eine reiche Ernte zu erzielt werden. Jede Ebene wird durch die Kombination von bodendeckenden und senkrecht wachsenden Kulturen optimal genutzt. In einem biologisch bewirtschafteten Garten sind Mischkulturen wie diese, nicht nur Trend sondern auch eine altbewährte landwirtschaftliche Methode die vollkommen natürlich ist.

Maispflanzen ende juni, die Buschbohnen wachsen drum herum.

Hier nochmal alle Tipps für euer Milpa-Beet

  • Anfang April den Mais vorziehen
  • Wer Buschbohnen nutzt zieht diese ab Mitte April vor
  • Mitte Mai alles ins Freibeet
  • Mais und Bohnen mit ca. 10 cm Abstand pflanzen
  • düngen mit organischen Düngern wie Pferdemist oder Kohljauche
  • Lieber klein wachsende Stangenbohnen mit farbigen Schoten nehmen
  • eine Kürbispflanze für 1,5 – 2 qm planen

Saatgut für die drei Schwestern findet ihr in meinem Saatgut-Shop

Hinterlasse einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht