Tomatenhaus selbstgebaut

Bauanleitung

Ein Tomatenhaus sollte in keinem Garten fehlen. Es braucht nicht viel Platz, dafür ist der Nutzen umso größer. Viele Tomatensorten vertragen keine direkte Nässe von oben, die Früchte platzen bei starkem Regen schnell auf und die Anfälligkeit für Braunfäule ist sehr hoch. Ich hatte ein paar Jahre eine schlechte bis magere Ernte bei meinen Tomaten. Einige Früchte sind abgefallen oder haben ewig gebraucht bis sie reif geworden sind. An aufgeplatzten Tomaten war nach kurzer Zeit direkt Schimmel und an eine Lagerung war gar nicht zu denken. (was beim Anbau von Tomaten sonst noch zu beachten ist lest Ihr hier) Deswegen habe ich mich für ein Tomatenhäuschen entscheiden.

Der erste Gang in den Baumarkt war sehr ernüchternd, es gab unter den wenigen Tomatenüberdachungen nur sehr teure oder wenig stabile Varianten. Die vorgegebenen Maße der Unterstände, passten auch einfach nicht in die Ecke die ich mir für mein Tomatenhaus ausgesucht hatte. Deshalb, selber bauen.

Materialaufwand

  • 12 druck-imprägnierte Kanthölzer 7x7x180cm                                                                                                        77,88 €
  • 6 Einschlaghülsen in 7x7x75cm                                                                                                                              19,74 €
  • 24 Metallwinkel 5x4x4cm                                                                                                                                        17,98 €
  • 5 Latten 2x4x200cm                                                                                                                                                  6,25 €
  • 5 PVC-Profilplatten 125x100x3cm (Wellplatte)                                                                                                       65,10 €

Summe der Materialien                                                                                                                                         186,95 €

Für mein Tomatenhaus hatte ich eine Fläche von ungefähr 2 Quadratmeter eingeplant. Das Haus bietet somit 12 Pflanzen Platz zum wachsen. Los geht´s mit den Bodenhülsen ,die werden einfach mit einem schweren Hammer in den Boden eingeschlagen. Legt ein Holzstück beim Hämmern unter, so verbiegt sich die Metallhülse nicht. Hier ist auch genaues Messen wichtig, damit die Maße später passen. Die hinteren Hülsen, werden etwa 3 cm weiter eingeschlagen als die vorderen, so habt ihr gleich das passende Gefälle für das Dach.

Anschließend werden die sechs Kanthölzer einfach eingesteckt und mit den Hülsen verschraubt. Nutzt hierbei Unterlegscheiben für die Schrauben, denn die Löcher der Hülsen sind schon sehr groß. Dann werden die Zwischenbalken zugesägt. Wenn man die ersten Balken zugeschnitten hat, geht der Rest fast von allein. Messt am unteren Ende der senkrechten Kanthölzer den Abstand und sägt gleich zwei Balken mit diesem Maß zu, so stehen die Kanthölzer dann auch gerade zueinander. Samenfeste Tomatensorten für euer neues Tomatenhaus findet Ihr hier.

Mit den Winkelverbindern wird alles fest verschraubt. Ich haben immer zwei Schrauben pro Winkelseite genommen. Das reicht völlig aus. Bringt die beiden vorderen Balken ziemlich weit oben an, damit ihr euch nicht den Kopf daran stoßt. Die zwei Meter langen Latten werden auf den senkrechten Kanthölzern verschraubt. Gut ist es wenn ihr die Latten auf der langen Seite des Hauses anbringt, so hängen die Wellenplatten nicht durch und im Winter können sie auch ein bisschen Schnee tragen. Hierauf kommen dann drei Wellenplatten. Ich habe sie überlappen lassen, je nach den Maßen des Tomatenhauses. Die Schrauben habe ich in die Platten eingeschraubt, ohne Silikon oder sonstigen Wasserschutz, seit drei Jahren ist alles dicht. Ein speziellen Schutz empfehle ich eher, wenn ihr Hohlkammerplatten benutzt.

An den Seiten habe ich je eine Wellenplatte angeschraubt, um die Tomaten vor seitlichem Regen zu schützen. Wichtig ist, dass zwischen den Pflanzen die Luft zirkulieren kann damit die Blätter gut abtrocknen. Die Querlatten habe ich nur eingeschoben um Rankschnüre daran zu befestigen. Wer ein Tomatenhaus aus alten Fenstern bauen will guckt mal hier.

Die Tomaten sind jetzt optimal vor Wind und starkem Regen geschützt. Trotzdem kann die Luft zirkulieren, damit die Pflanzen schnell wieder abtrocknen. Durch das Dach kommt jetzt aber auch kein Regen mehr an die Wurzeln, deshalb muss regelmäßig gegossen werden. Nehmt einen kleinen Pflanzenbehälter und grabt ihn direkt neben der Pflanze in die Erde. Der Becher wird einfach voll gegossen. Die Wurzeln werden so nicht ausgespült und das Wasser gelangt immer direkt an die Wurzeln. Ich habe eine Schwerkraftbewässerung für das Tomatenhaus gebaut, hier könnt ihr hier lesen wie man die baut.

Das fertige Tomatenhaus in voller Blühte.