Gemüsebeet – planen, anlegen und ernten

Frisches Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt immer besser und ist gesünder als das Gemüse aus dem Supermarkt. Da weiß man, was man isst und wo es her kommt. Dieses Gemüse ist nicht mit Pestiziden oder anderen Schadstoffen belastet. Die Arbeit im Garten wirkt entspannend und ist ein großartiger Ausgleich zum stressigen Alltag und der Hektik in der Stadt. Bevor man allerdings an die Arbeit gehen kann, sollte eine gute Planung für das Gemüsebeet vorgenommen werden. Dies hilft die einzelnen Sorten zu ordnen und den geeigneten Standort zu bestimmen. Gemüsesorten stellen unterschiedliche Ansprüche an den Boden und die Dünger zugaben. Nicht alle Gemüsepflanzen harmonieren gut miteinander. Mit einem Pflanzenplan können Misch- und Folgekulturen angelegt werden, um die Ernte fortlaufend zu planen. Ich habe ein paar Tipps für euch, wie Ihr ganz leicht und ohne viel Fachkenntnis euer Gemüsebeet anlegen könnt.

Eine Zeichnung hilf beim Überblick übers Gemüsebeet

Bevor ihr zur Hacke und Spaten greifen, solltet ihr Papier und Bleistift zur Hand nehmen und eine Skizze von eurem Garten machen. So habt ihr einen ersten Überblick wie viel Beete und Platz ihr zur Verfügung habt. Schreibt als erstes auf welche Gemüsesorten ihr anbauen wollt und vielleicht welche Besonderheiten die Sorten haben. Wenn ihr euch nicht sicher seid, dann googelt die Sorten ruhig, gerade alte und seltene Gemüsesorten haben meist unterschiedliche Ansprüche an Standort und Boden.(samenfeste und seltene Gemüsesorten bekommst du hier) Nicht alle Sorten können ohne Probleme nebeneinander angebaut werden, aber einige Sorten unterstützen sich und entwickeln, mit den richtigen Nachbarn, einen besseren Geschmack oder halten Schädlinge fern. (Tipps zur Mischkultur und Folgekulturen lest Ihr hier)

  • Welche Ansprüche haben die Pflanzen an den Boden
  • Welcher Standort ist der Beste
  • Wann werden die Pflanzen ausgesät und kommen ins Freibeet
  • In welchem Abstand stehen sie zueinander
  • Welche Pflanzen harmonieren gut miteinander und welche nicht

Tipp: Plant in eurem Gemüsebeet auch Küchenkräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Basilikum oder Blumen wie Tagetes, Chrysanthemen oder Astern mit ein. Diese Sorten dienen oft als Umrandung oder werden als Trenner zwischen die Reihen gepflanzt.

Anbauen was auch gegessen wird

Ich mag Radischen besonders, sie wachsen sehr schnell und sind auf einem Brot mit Butter einfach köstlich. Auch Zucchini mag ich und esse sie gern. Deswegen hatte ich in meinen ersten Gartenjahr gleich fünf Zucchinipflanzen und mehrere Reihen Radischen. Was, sich später als sehr, sehr viel herausgestellt hat und wir es einfach nicht verbrauchen und essen konnten. Selbst die Nachbarn konnten keine Zucchinis mehr sehen. Deswegen baue ich nur noch das im Garten an, was ich auch verbrauchen und essen kann, es ist schade drum das schöne Gemüse alles weg zu schmeißen.

In meinem Garten mag ich die Vielfalt der Gemüsesorten, auch wenn bei der ein oder anderen mal nicht so viel zu ernten ist. In der Summe, gleicht sich das bei anderen Sorten dann wieder aus. Im letzten Jahr war es sehr heiß und bei meinem Hokkaido-Kürbis hatte sich nur eine Frucht durchgesetzt, dafür ist der Butternut-Kürbis wie ein Wahsinniger gewachsen und die ganze Familie kann bis in den Winter hinein noch Kürbiss essen.

Fast in jedem Jahr wachsen bei mir im Gemüsebeet Erbsen, Kohlrabi, Zwiebeln, Möhren, Stangen- und Buschbohen, Mais, Salate, Paprikas, Gurken, Kürbisse, alle Arten vom Kohl und natürlich meine Lieblinge, die Tomaten. Ein oder zwei besondere Gemüsesorten probiere ich jedes Jahr einmal aus. Bei den Tomaten kann ich mich immer nur schwer bremsen und habe meist mehr neue Sorten, als ich überhaupt anbauen kann. Ist ne kleine Macke von mir. Auch für Kartoffeln habe ich immer ein Beet übrig. Meine Ernte reicht aber nur für drei bis viel Mahlzeiten, da der Platzt dann doch nur sehr klein ist. Ich probiere bei dann lieber alte, besondere Sorten aus, die meist besser schmecken oder schöner aussehen.

Mischkultur und Fruchtfolge im Gemüsebeet

Wer viele unterschiedliche Gemüsesorten anbauen möchte, sollte immer auf den Nährstoffbedarf seiner Pflanzen achten. Der Boden kann sonst schnell auslaugen und auch Schädlinge können sich so schneller ausbreiten. Mischkulturen und Fruchtfolgen sind ein sehr umfangreiches Thema, hier kannst du genauer nachlesen was im Einzelnen zu beachten ist.

Grundsätzlich unterscheidet man beim Nährstoffbedarf zwischen Starkzehrern, dass sind Kartoffeln, Kürbisse oder Tomaten. Mittelzehrer wie Bohnen, Mangold oder Gurken und Schwachzehrer sind Salat, Radischen und Erbsen. In den Pflanzenreihen sollten sich Stark-, Schwach- und Mittelzehrer immer abwechseln. Es klingt eigentlich logisch, dass zwei Starkzehrer nicht nebeneinander stehen sollten. Der Anbauplan ergibt sich somit eigentlich von selbst. Für eine genauere Betrachtung solltet ihr dann doch nochmal Fachliteratur zur Hand nehmen.

Hochbeet Anbauplan!

Ich habe zwei große Hochbeete in meinem Garten, die sind jeweils zwei Meter lang und einen Meter breit. Solche Hochbeete lassen sich viel einfacher bewirtschaften als ein klassisches Erdbeet, auch für den Rücken sind sie besser. Durch den Schichtaufbau in einem Hochbeet sackt die Erde immer wieder nach und man muss in jedem Jahr neue Erde auffüllen. Ich mische meine Erde selbst, sie besteht aus zwei Säcken herkömmlicher Pflanzenerde aus dem Baumarkt, drei Eimern Komposterde und einem Eimer Sand. Am Ende der Pflanzsaison werden einfach die Pflanzenreste in das Hochbeet geschichtet und im Frühjahr wieder mit Erde bedeckt.

Hochbeete sind wahre Nährstoffkraftwerke, durch die verrottenden Pflanzenbestandteile in den unteren Schichten. Ich nutze eines meiner Hochbeete auch als Frühbeet. Die Pflanzenreste produzieren neben Nährstoffen auch viel Wärme. Unter einem Kastenaufbau können die Jungpflanzen warm und trocken größer werden. (Den Bau des Frühbeetkastens könnt ihr hier lesen) Ihr müsst im Hochbeet also nicht groß auf die Fruchtfolge achten und könnt zwei bis drei Gemüsesorten in Mischkultur nebeneinander anbauen.

Ich pflanze immer mindestens einen Kürbis in ein Hochbeet. Der kann es sich dann auf der Rankbrücke gemütlich machen. (wie ich die Rankbrücke gebaut habe lest ihr hier) Auch Bohnen und Freilandgurken könnt ihr neben Salaten und Kohlrabi anbauen. Wenn die Salate gegessen sind, kann an deren Stelle das Wintergemüse gesetzt werden. Rotkohl, Feldsalat und Wirsing sind dankbar für die Nährstoffe im Hochbeet. Ein Hochbeet muss allerdings mehr gegossen werden als ein Erdbeet, da die Erde das Wasser nicht so lang halten kann und eher austrocknet.

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