Kartoffeln vorkeimen – für starke Pflanzen und reiche Ernte

In meinem Garten kann ich nur auf einer kleinen Fläche Kartoffeln anbauen. Das Kartoffelbeet ist 2,5 m² groß und fasst ungefähr 22 Pflanzen. Wenn da noch die Braunfäule zuschlägt, fällt die Ernte noch geringer aus. Hier hat mir das Vorkeimen der Kartoffeln gut geholfen. Somit können die Pflanzen ca. 14 Tage eher ausgesetzt werden und sind resistenter gegen Krankheiten als Kartoffeln die nicht vorgekeimt wurden. Die Meisten kennen das Vorkeimen auf einem feuchten Tuch oder in Eierkartons an einem dunklen warmen Ort. Hierbei entstehen die typischen hellen, langen Keime, die aber sehr schnell abbrechen können.

Kartoffeln in Erde vorkeimen

Seit ein paar Jahren, stelle ich die Kartoffeln direkt in ein Gemisch aus Anzuchterde und Sand. (2/3 zu 1/3) Die Knollen bilden jetzt bereits Wurzeln in der Erde und die Keime sind grün und deutlich kleiner.(1-2 cm) In den Knollen bildet sich Solanin, dieses hilft den Knollen beim Auflaufen im Boden, dass unterstützt bei der Krankheitsabwehr und natürlich kann deutlich früher geerntet werden. Die Temperatur im Raum sollte zwischen 12-15 Grad liegen, nicht wärmer. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und ein heller Standort sind gut für die Entwicklung der Lichtkeime. Ich benutze zum Wässern eine Sprühflasche, mit der ich alle 2-3 Tage die Kartoffeln mit Wasser benetze.

Macht das Vorkeimen eigentlich Sinn?

Auf jeden Fall! Durch die Starthilfe für die Pflanzen entwickeln sich die Kartoffeln deutlich schneller. Je mehr Keime, desto mehr Triebe und das bedeutet auch mehr Kartoffeln. Hierdurch ist die Ernte weitgehend sicher. Die Pflanzen sind resistenter gegen Krautfäule und Wurzelknöterkrankheit. Sie sind dadurch schon weiter entwickelt, bevor Drahtwürmer die Keime oder Wurzeln beschädigen können. Auch die, wegen des Klimawandels anhaltende Trockenheit verkraften die Pflanzen dadurch besser und können von der Winterfeuchte im Pflanzbeet profitieren.

Der richtige Zeitpunkt zum Vorkeimen und Auspflanzen

Ungefähr 6-8 Wochen vor dem geplanten Pflanztermin kann mit dem Vorkeimen begonnen werden. Bei frühen Kartoffeln kann schon im Februar, bei späten Sorten im März die Keimausbildung angeregt werden. Je nach Sorte werden Kartoffeln im März bis April ausgepflanzt. Der Boden sollte etwa eine Temperatur von 9 Grad haben. Seid vorsichtig beim herausnehmen der gekeimten Kartoffeln, da die Keimtriebe abbrechen oder die Wurzeln beschädigt werden können. Die Kartoffeln werden so im Boden abgelegt, dass die Keime acht bis zehn Zentimeter mit Erdreich bedeckt sind. So können Spätfrostschäden vermieden werden. Der Reihenabstand sollte bei 70 cm liegen und der Pflanzenabstand bei 20 bis 30 cm. Sobald die Triebe die Oberfläche erreichen, sind sie frostempfindlich. Sollte jetzt doch noch Frost drohen, können die Triebe mit einem Vlies oder mit Stroh bedeckt werden.

Kartoffeln teilen

Gerade bei alten und seltenen Sorten sind Saatkartoffeln rar und teuer. Hat man nur wenige Saatkartoffeln, können die Knollen kurz vor der Pflanzung mit einem scharfen Messer geteilt werden. Achtet darauf, dass hierbei möglichst viele Triebe nach oben zeigen.

Wenn Ihr mal Kartoffeln nur mit Stroh anbauen wollt lest mal hier.

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