Kohljauche – der Energiedrink für das Gemüsebeet

Ich möchte meinen Garten im Einklang mit der Natur bewirtschaften. Dazu gehört neben der Verwendung von sortenechten Saatgut und organischen Düngern auch die ökologische Kreiswirtschaft im Garten. Alles was im Beet wächst zieht seine Kraft aus dem Boden. Manche Pflanzen brauchen mehr Nährstoffe als andere. Die Reserven des Bodens müssen von Zeit zu Zeit wieder aufgefüllt werden. So das unsere Lieblinge kräftig werden und eine reiche Ente entwickeln können. Eine Art den Boden zu düngen ist mit natürlichem Flüssigdünger. Ich nehme dafür selbst angesetzte Kohljauche.

Flüssigdünger im ökologischen Garten

Jauchen sind einfach herzustellen und ein wahrer Kraftsmoothie für das Gemüsebeet. Aus der grünen Apotheke des Bio-Gartens können allerlei Pflanzenjauchen, Kräutertees und Spritzbrühen gebraut werden. Pflanzenjauchen sind ein großer Bestandteil der ökologischen Kreiswirtschaft eines Gartens. Alles, was für die hausgemachten Pflanzenschutzmittel gebraucht wird, wächst meist schon im eigenen Garten. Jauchen sind sehr wirkungsvoll und helfen Schädlinge und Pilzkrankheiten ohne den Einsatz von Giften in den Griff zu bekommen. Gerade starkzehrende Pflanzen, wie Kohl oder Tomaten können während der Vegetationszeit einen Düngerschub gut gebrauchen.

Brennnesseln habe ich nicht im Garten. Dafür fehlt mir einfach der Platz, auch wegen der Kinder habe ich darauf verzichtet. Die altbewährte Brennnesseljauche konnte ich deswegen noch nicht selber ausprobieren. Im Januar ernte ich meinen Rosenkohl. Dadurch habe ich jede Menge Rosenkohlblätter zur Verfügung aus denen sich auch eine hervorragende Jauche – die Kohljauche – für die Flüssigdüngung herstellen lässt.

Ansetzen der Kohljauche

Um die Jauche anzusetzen ernte ich alle Blätter meines Rosenkohls ab und werfe sie in ein stabiles Fass. Nun wird mit Regenwasser aufgefüllt bis die Blätter komplett bedeckt sind und im Anschluss wird das Fass fest verschlossen. Als Faustregel könnt ihr 1 kg Blätter auf 10 Liter Wasser anwenden. Ich gebe der Mischung zwei Monate Zeit um zu gären. Wenn das Fass in der Sonne steht, geht es auch deutlich scheller (3-4 Wochen). Die Blätter zersetzen sich bei der Vergärung komplett und geben die Nährstoffe und Spurenelemente an das Wasser ab. Werden die Blätter noch zusätzlich grob zerkleinert, zersetzen sie sich etwas schneller. Wenn möglich, könnt ihr auch noch einige Brennnesseln dazu geben. Ich hole Sie mir von meinem Nachbarn. 🙂

Das Fass sollte aus Kunststoff sein. Metallgefäße können von innen rosten. Füllt das Fass nicht komplett, da bei der Vergärung Schaum entsteht. Ich rühre das Gemisch einmal in der Woche um, damit Sauerstoff für die Zersetzung dazu kommt. Wenn die Brühe aufhört zu gären, ist die Jauche fertig. Ein durchschnittlicher Garten kommt mit einem zu dreiviertel gefülltem Fass über die ganze Saison. Bevor sie zum Düngen verwendet wird muss sie verdünnt werden. Die Jauche ist stark konzentriert und könnte bei empfindlichen Pflanzen zu Schäden führen. Ich verdünne sie im Verhältnis 1 Liter zu 10 Liter. Das ist mit jeder Gießkanne einfach zu machen. Achtung! Der Geruch der Mischung ist ziemlich stark und lockt bei offenem Fass schnell eine Menge Fliegen an. Zur Geruchsbekämpfung lest ihr weiter unten im Beitag mehr.

Wieso mit Kohljauche düngen?

Pflanzenjauchen sind ein einfaches Mittel, um das Gemüse mit Nährstoffen und Spurenelementen zu versorgen. Sie können leicht dosiert und angewandt werden. Einfach gleichzeitig mit dem Gießen mitdüngen. Die Nährstoffe werden durch die Wurzeln der Pflanzen direkt aufgenommen und können somit schnell ihre Wirkung entfalten. Die Pflanzen werden von innen gestärkt und sind widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten. Sie fördern die Bildung des grünen Blattfarbstoffes Chlorophyll und locken nützliche Gartenhelfer an – Regenwürmer zum Beispiel. Kohljauchen wirken besonders stärkend auf viele Gemüsearten. Sehr stark verdünnt (im Verhältnis 100 ml auf 5 Liter) können sie auch zur Blattdüngung verwendet und aufgesprüht werden. Eine Mischung mit Brennnesseln ist noch effektiver, denn Brennnesseln sind reich an Vitamin C, Eisen, Kalium und Magnesium.

Durch die Zersetzung der Pflanzen und die Vergärung entstehen unangenehme Gerüche. Stellt das Fass am besten an einem sonnigen Platz im Garten, an dem euch der Geruch nicht so stört. Verschließt das Fass immer mit einem Deckel. Ihr könnt auch bei jedem Umrühren Gesteinsmehl untermischen, das dämmt den Geruch sehr gut ein.

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