Milpa-Beet & Indianerbeet anlegen (mit Gurken, Zucchini, Erbsen etc.) – Top 10 Tipps & Anleitung

Was ist ein Milpa-Beet?

Schon vor Jahrhunderten haben die Maya in Mittelamerika Milpa-Beete genutzt. Das Wort Milpa soll „das nahe Feld“ bedeuten. In einem solchen Beet werden meist drei unterschiedliche Pflanzenarten zusammen angebaut, um sich gegenseitig zu nutzen. Auf der Grundform des Milpa-Beets wachsen Mais, Leguminosen und ein großblättriger Starkzehrer. Die bekannteste Variation der „drei Schwestern“ besteht aus Mais, Bohne und Kürbis. Diese Kombination schafft optimale Bedingungen mit einer traumhaften Symbiose, die ich euch genauer erklären möchte. In kleinen Gärten sucht man oft nach Möglichkeiten, den geringen vorhandenen Platz optimal zu nutzen. Eine ideale Fruchtreihenfolge, vertikales Gärtnern oder Mischkulturen sind dafür die besten Lösungen. Das Milpa-Beet, auch Indianerbeet oder Aztekenbeet genannt, hat sich in der biologischen Landwirtschaft schon lange etabliert, trotzdem ist es vielen Gärtnern noch unbekannt.

Welche Vorteile hat ein Milpa-Beet?

Ob Milpa-Beet, Indianerbeet oder Aztekenbeet – jeder dieser Begriffe beschreibt das gleiche nützliche Anbausystem für gesunde und gut gedeihende Pflanzen. Der ökologische Nutzen ist sehr hoch, da die Pflanzen sich gegenseitig im Wachstum unterstützen und darüber hinaus Schädlinge und Krankheiten voneinander fernhalten. Neben dem Nährstoffaustausch unterstützen sich die Pflanzen beispielsweise als Schattenlieferant oder Rankhilfe. Ein Milpa-Beet bietet euch optimale Platzausnutzung mit einem geringen Wasserverbrauch. So erzielt ihr maximale Erträge auf geringer Fläche.

Optimale Anordnung und Fruchtfolge im Milpa-Beet

Die Kulturform Milpa bezieht sich nicht nur auf die Kombination der passenden Pflanzen, sie beinhaltet auch weitere Einflussfaktoren. Damit die gewählten Sorten optimal wachsen können, muss neben der Anordnung auch die Fruchtfolge beachtet werden. Jede Pflanze wächst unterschiedlich schnell. Werden sie gleichzeitig gesetzt, können die Sorten, die zügig an Höhe gewinnen, andere beim Gedeihen unterdrücken. Deshalb wird der langsamer wachsende Mais bereits frühzeitig eingepflanzt, bevor die flotten Bohnen ihm wichtige Nährstoffe wegnehmen. Entweder zieht ihr die langsameren Pflanzen im Frühbeet vor und gebt ihnen einen Startvorsprung, oder ihr setzt die flinkeren Pflanzen erst ca. vier Wochen später ins Beet.

Zunächst sollte der Mais in zwei Reihen mit einem Abstand von ca. 50 cm gepflanzt werden. Der Abstand zwischen den einzelnen Setzlingen sollte bei etwa 40 cm liegen. Der Kürbis wird mittig zwischen die Maisreihen eingesetzt, dabei muss der Pflanzenabstand gut einen Meter betragen. Um jede Maispflanze werden dann zwei bis drei Bohnensamen kreisförmig in den Boden gelegt, denen der Mais später als Rankhilfe dienen kann. Falls Ihr euch für eine andere Gemüsekombination entscheidet, beachtet die Entwicklung der einzelnen Pflanzen und wählt einen passenden Ersatz für die jeweilige Pflanzkomponente Leguminose und Starkzehrer. Der Mais bleibt im Indianerbeet immer gesetzt.

Indianerbeet richtig anlegen: wichtige Hinweise und Tipps

Im Indianerbeet werden passende Sorten nebeneinander angebaut, zwischen denen eine Symbiose besteht. Dabei sollten aber auch die Bedürfnisse jeder einzelnen Pflanze beachtet werden. Hierzu zählt zum einen der Standort, der von vollem Sonnenschein über Halbschatten bis hin zu einer dunklen Ecke reichen kann. Da das Milpa-Beet recht klein ist, sollten die Standort-Anforderungen der verschiedenen Pflanzen recht ähnlich sein. Ein Mindestabstand von 10 cm zwischen den Pflanzen ist nötig, damit genügend Nährstoffe für jeden Keimling vorhanden sind. Dadurch wird auch ein ähnlich schnelles Wachstum gewährleistet. Die Ansprüche der Pflanzen an das Bodensubstrat sollten ebenfalls zueinander passen, genauso wie der richtige Zeitpunkt zum Einpflanzen gefunden werden muss. Als Dünger empfehlen sich organische Stoffe wie Pferdemist oder Kohljauche, die keine chemische Behandlung erhalten haben und optimal für Starkzehrer sind.

Milpa-Beet Beispiel: Mais, Bohnen und Kürbis, mit Anleitung

Wie bereits erwähnt, wächst auf dem klassischen Milpa-Beet die Sortenkombination Mais, Bohne und Kürbis. Das passende Samenset „Die drei Schwestern“, das ich dafür verwende, könnt ihr hier im Shop bestellen. Jede der Pflanzen hat andere Ansprüche, daher nutzen sie unterschiedliche Bodenschichten für ihre Nährstoffversorgung. So reicht der wenige Platz im Beet für alle Jungpflanzen. Damit die Pflanzen gut wachsen, müsst ihr beim Anbau einige Faktoren beachten. Meine Vorgehensweise könnt Ihr euch gleich genauer ansehen. Ich erkläre euch dabei auch, warum ausgerechnet die Kombination aus Mais, Bohnen und Kürbis einen so großen gegenseitigen Nutzen bietet.

Vorkultur von Mais und Kürbis

Bevor ihr beginnt, euer Milpa-Beet anzulegen, müsst Ihr die passenden Pflanzen dafür wählen. Im ersten Schritt eignen sich die Klassiker Mais und Kürbis besonders gut. Mit der Anzucht beider Sorten aus Saatgut beginnt ihr am besten schon Anfang April, da gerade der Mais zunächst sehr langsam wächst. Die Keimlinge sollten einzeln vorgezogen werden, da die Pflanzen stark wurzeln. Zeitgleich könnt ihr auch die Kürbisse einsetzen, damit sie später kräftig genug werden. Ab Mitte Mai kommen der Mais und die Kürbisse ins Freibeet. Um eine optimale Bestäubung ihrer Blüten zu ermöglichen, solltet ihr den Mais in Blöcken mit einem Pflanzenabstand von 10 bis 12 cm anbauen. Im ersten Jahr habe ich mich für die Kürbisart Hokkaido entschieden, die jedoch nur mäßige Ergebnisse erbracht hat. In Zukunft würde ich eher einen Butternut-Kürbis empfehlen.

Beet-Erweiterung mit Bohnen

Ab Mitte Mai ziehen dann alle Kulturen ins Freibeet. Stangenbohnen können nun einfach mit handbreitem Abstand in die Erde gesteckt werden. Eine beliebte Sorte ist beispielsweise die „Blauhilde“. Ich habe mich für Buschbohnen entschieden und die Sorte Kidneybohnen gewählt, wobei jede andere Sorte ebenfalls gut gedeihen wird. Bei Buschbohnen empfiehlt sich das Vorziehen, um die Ernte etwas früher beginnen zu lassen. Etwa drei Wochen vor dem Auspflanzen könnt ihr damit anfangen. Die Ernte hält so bis in den Oktober an. Die Nährstoffversorgung und Stickstoffanreicherung des Bodens wird durch beide Bohnenarten gut abgedeckt. Die Maispflanzen sollen eine Stütz- und Rankhilfe für die schnellwachsenden Bohnen bilden, daher müssen sie bereits eine gewisse Größe haben. Falls der Mais nicht stark genug ist, empfiehlt sich eine zusätzliche Stütze. Zudem verwandelt der Mais Co2 aus der Luft in Zucker und ernährt damit die Mikroben des Bodens. Auch von den Bohnen wird der Boden verbessert, sie reichern ihn mit Stickstoff an. Dieser hilft dann wieder dem Mais und dem Kürbis beim Wachsen.

Sich in Geduld üben

Sobald ihr den Mais, die Kürbisse und die Bohnen im Freibeet eingepflanzt habt, beginnt das Warten. Das Einzige was ihr nun tun müsst, ist regelmäßig gießen und Unkraut entfernen. Zudem sollte der Boden gut aufgelockert werden. Nun könnt ihr dem Mais und den Bohnen jeden Tag beim Wachsen zuschauen, ein dichter grüner Dschungel wächst heran. Das Indianerbeet wird so dicht, dass es in den Sommermonaten als natürlicher Sichtschutz dienen kann. Wer Stangenbohnen nutzt, greift am besten zu Sorten mit farbigen Schoten. So findet ihr die reifen Bohnen leichter im grünen Dickicht wieder. Der Kürbis sorgt ab einer gewissen Größe mit seinen großen Blättern für die Bodendeckung und spendet Schatten. So bleibt die Feuchtigkeit in der Erde und verdunstet nicht so leicht. Die Pflanzen können sich ganz ohne eure Hilfe ideal weiterentwickeln und wachsen.

Wie man Schritt für Schritt „Die drei Schwestern“ anpflanzt, seht ihr in diesem Video:

Die passenden Sorten für euer Milpa-Beet

Durch die unterschiedlichen Ansprüche jeder Pflanze können sich die Sorten im Milpa-Beet optimal unterstützen. Jedoch kann auch das Gegenteil eintreten: wenn zum Beispiel mehrere Starkzehrer um die Nährstoffe im Boden konkurrieren. Salat wiederum kann als genügsames Gemüse den meisten Beeten ohne Probleme hinzugefügt werden. Das Kombinieren von Flach- und Tiefwurzlern ist bei der Mischkultur eine häufige Technik. Die Erde für das Gemüse kann auch durch weitere grüne Helferlein verbessert werden: Ringelblumen sind pflegeleicht und genügsam und lassen sich als Heilpflanze weiternutzen. Als Nahrungslieferant für Insekten und zum Auflockern der Erde ist das Löwenmäulchen die ideale Wahl. Kapuzinerkresse könnt Ihr nutzen, um störende Schädlinge von euren Pflanzen fernzuhalten. Gerade der Kohlweißling freut sich über diese schmackhafte Zwischenmahlzeit. Diese zusätzlichen Pflanzen dienen auch als wunderschöne Dekoration für euer Beet. In den folgenden Abschnitten stelle ich euch noch mehr Gemüsesorten für euer Milpa-Beet vor und erkläre auch, welche Kombination keine gute Idee ist.

Maispflanzen ende juni, die Buschbohnen wachsen drum herum.

Milpa-Beet mit Gurken

Ein Indianerbeet mit Gurken ist eine tolle Idee. Hier ersetzt ihr den Kürbis mit einer großblättrigen, nicht rankenden Gurkensorte. Ihr könnt euch auch für eine ganz neue Pflanzenkombination entscheiden. Die Gurke kann etwa gemeinsam mit Salat, Fenchel, Dill und Bohnen angebaut werden. Diese Pflanzen stärken sich gegenseitig und verhindern Schädlingsbefall. Ein ähnliches Ergebnis erreicht ihr mit der Kombination aus Fenchel, Salat, Mangold, Erbse, Kohl und Gurke. Gurken oder auch Kopfsalat gelten als gute Nachbarn für „die drei Schwestern“. Was ihr vermeiden solltet, ist eine Kombination aus Gurke, Tomate und Kartoffel.

Milpa-Beet mit Zucchini

Auch die Zucchini kann den Platz des Kürbisses bei den „Drei Schwestern“ einnehmen. Ihre breiten Blätter bewahren ebenfalls sehr gut die Feuchtigkeit in der Erde. Ihr könnt die Zucchinipflanzen auch mit anderen Gemüsesorten wie Salat, Bohnen, Möhren, Sellerie und Lauch in das Beet pflanzen. Zucchini ist immer eine gute Idee, da sie nicht nur kalorienarm ist, sondern auch wichtige Stoffe für unseren Körper enthält wie Kalzium, Eisen oder Beta-Carotin. Die Pflanze benötigt ein sonniges Plätzchen mit genügend Nährstoffen im Boden, um sich gut zu entwickeln.

Milpa-Beet mit Erbsen

Erbsen sind ein sehr gut verträgliches Gemüse und können in vielerlei Kombinationen ins Beet eingesetzt werden. Eine beliebte Mischkultur ist die Kombination aus Erbsen, Salat, Karotte, Kohl und Salat. Die Karotte kann auch durch Rettich ersetzt werden, oder die Erbsen ersetzen bei den „Drei Schwestern“ die Bohnen. Gern könnt Ihr hierfür leckere Zuckererbsen verwenden. Tabu ist es, Erbsen zusammen mit Bohnen und Zwiebeln anzubauen, dies ist eine ungünstige Zusammenstellung. Erbsen enthalten viele Vitamine und wichtige Mineralstoffe und sollten daher in eurem Ernährungsplan nicht fehlen.

Milpa-Beet mit Kartoffeln

Kartoffeln sollten auf jeden Fall in eurem Garten einen Platz haben, da sie ein gesundes Nahrungsmittel mit hohem Energiegehalt sind. In der Mischkultur werden gern Kartoffeln und Spinat gepaart. Hier macht man sich den Mix aus Flach- und Tiefwurzlern zunutze. Über ein Pilzgeflecht können die tiefen Wurzeln die flachen Pflanzen mitversorgen. Eine spezielle und erfolgversprechende Variante des Indianerbeets ist die Kombination von Kartoffeln mit Meerrettich und Puffbohnen. Was ihr nicht kombinieren solltet, sind Kartoffeln mit Tomaten und Gurken oder Kürbis mit Sonnenblumen.

Samenfeste Gemüsesamen nach ökologischer Anbaumethode bei Beetliebe

Gärtnern ist ein anstrengendes, aber spannendes und vielseitiges Hobby, das euch die Natur näherbringt. Die gesunden und schmackhaften Ergebnisse überzeugen auf ganzer Linie. Umso wichtiger ist es, für den Anbau die besten Samen zu wählen. Beetliebe.de steht für ökologische Anbaumethoden und samenfestes Saatgut in guter Qualität. Im Beetliebe-Onlineshop findet Ihr eine Vielzahl von Gemüsesamen, Blumensamen und Anzuchtzubehör. Was in meinem Garten im schönen Leipzig aktuell geschieht, könnt Ihr auf meinem Instagram-Account beetliebe_saatgut verfolgen. Ich freue mich, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt!

Hinterlasse einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht